TRAIL OF DEAF

 

…And You Will Know Us By The Trail Of Dead live im Zakk, Düsseldorf // 25.05.08

 

Beim Qualmen im Biergarten des ansonsten rauchfreien Zakk zog der Typ am Nebentisch mit einem leicht irritierten Blick ein paar Ohrstöpsel aus der Hosentasche. Die hatte ihm ein Trail Of Dead-Soundmann kurz vorher mit den Worten: „You’ ll need them!“ in die Hand gedrückt worden waren. Tinnitus, ick’ hör Dir trapsen?

 

Schon im Verlauf des Sets von Bellavista füllte sich das Zakk merklich. Das Trio aus der San Francisco Bay Area, das bereits für die Stones als Opener fungieren durfte, präsentierte den Anwesenden einen recht minimalistisch gehaltenen Alternative-Rock, der an manchen Stellen durchaus an die Herren vom Black Rebel Motorcycle Club erinnerte. Nicht verkehrt das Ganze, aber auch nicht gerade die Musikwelt auf den Kopf stellend.

Beim Umbau atmeten einige der mehreren Hundert merklich auf, kam doch hinter einem weggeräumten Verstärker ein bereits schmerzlich vermisstes zweites Drumset zum Vorschein. Weiterhin sorgten zwei Keyboards sowie diverse Amps und die Devise „Mikros für Alle“ für eine prall gefüllte Bühne, die gegen kurz nach halb 11 von dem Sextett geentert wurde.

Bereits beim Opener „Gargoyle Waiting“ vom selbstbetitelten 98’er Debüt zeichnete sich ab, dass der Mischer keineswegs ein großkotziger Angeber war, sondern nur um das Wohlergehen der Fans in den vorderen Reihen bemüht war. Bei „Relative Ways“ begab sich Frontmann Conrad Keely an die Drums, Gitarrist und Co-Gründungsmitglied Jason Reece übernahm den Gesang und spätestens hier war im Publikum fleißig Maulaffen feilhalten angesagt. Aus den Boxen knallten die Drums mit überwältigender Präsenz, der Bass wummerte im Magen, Gitarren und Klavier bohrten sich mit einer erschütterten Lautstärke in die Gehörgänge.

Auch wenn dieses Konzert im Rahmen der „So Divided“-Tour stattfand, fand an diesem Abend mit „Stand In Silence“ nur ein einziger Song der letzten Platte Beachtung. Mit „Bells“ wurde ein neuer Song gespielt, wobei Keely prophezeite, dass sowohl Struktur als auch Akkorde dieses Songs dem konstanten Feilen im Studio zum Opfer fallen würden, und „Bells“ auf dem nächsten Album komplett anders klingen würde. Mit “Caterwaul”, “Will You Smile Again?” und “Another Morning Stoner” folgte ein beeindruckender und immer lauter werdender Hit-Block, bevor sich die Band in vier Stücken an ihrem Zweitling Madonna (1999) vergriff und danach unter tosendem Applaus die Bühne verließ.

Die Zugabe wurde mit „Mistakes&Regrets“ (wieder „Madonna“) eröffnet und mit „Richter Scale Madness“ diente ein Punkrocker vom Erstling als Abschluss von neunzig atomlauten Minuten. Auch wenn man als Fan ansonsten froh nach Hause geht, wenn die Band des Herzens sich auf altes Material konzentriert und nicht nur lustlos das aktuelle Album runterdudelt, hätte es an diesem Abend durchaus ein paar Stücke vom mit genialen Songs gespickten „So Divided“ sein dürfen. Aber man kann ja nicht immer nur meckern…..
Ach doch: Sowohl Instrumente als auch Musiker überstanden das Konzert komplett unverletzt, Ansagen waren so was von nicht angesagt, und das einzige Shirt am Merchstand kostete happige 20 Euro.


Die komplette Setlist:

Gargoyle Waiting
Relative Ways
Stand In Silence
Bells
Caterwaul
Will You Smile Again?
Another Morning Stoner
Aged Dolls
A Perfect Teenhood
Clair de Lune
Totally Natural
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Mistakes & Regrets
Richter Scale Madness

 

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