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AUF DER ÜBERHOLSPUR
Billy Talent, Alexisonfire und Enter Shikari live in der Philipshalle, Düsseldorf // 20.02. 2007
Wenn der Papi mit den Kindern zum Konzert geht, muss es sich lange nicht mehr um ein Konzert der Rollings Stones handeln. Billy Talent taten es in diesem Fall auch.
Billy Talent - was für eine musikalische Karriere dieses Quartett in den letzten zwei, drei Jahren vollzogen hat, ist schon bemerkenswert. Vom Terromoto-Festival als Opener über einen anschließenden Auftritt auf der Visions-Party in Dortmund, einem Gig im Kölner Underground, dann Live Music Hall, zuletzt im Palladium bei der Sally’s Sounds und nun die Düsseldorfer Phillipshalle ausverkauft.
Doch bevor der weiße Vorhang fiel, gab es zwei Supportsbands, die es in sich hatten. Enter Shikari gelten als nächstes großes Ding. Dank diverser Internet-Communitys ist ihr Song „Sorry You're Not A Winner“ überall zu hören, und ihr Video läuft bei den bekannten Fernsehanstalten rauf und runter. Entsprechend die Erwartungshaltung, gerade bei denjenigen, die wussten, was auf sie zukommt. Prodigys „Out Of Space“ erklang und die vier Jungs aus England sprangen auf die Bühne und zappelten zu ihrem Mix aus Trance, Screamo und Post-Hardcore herum, zogen Grimassen und wirkten irgendwie auf Droge. Das Techno-Gezappel, das die Jungs während ihrer halbstündigen Spielzeit fabrizierten, nervte dann auch ein wenig und war nicht gerade sympathisch. Nichtsdestotrotz war die Performance von „Sorry, you're not a Winner“ fett und das Publikum klatschte ordentlich mit.
Alexisonfire spielen in einer eigenen Liga und wissen von der ersten Minute an zu überzeugen. Mit „Drunks, Lovers, Sinners And Saints“, dem Opener ihres aktuellen Albums „Crisis“, ging es dann auch los. Post-Hardcore der Extraklasse ohne jegliche Effekthascherei, bei der es sich auch Billy Talent-Gitarrist Ian D'Sa sich nicht nehmen ließ, mal eben schnell das Mikro zu schnappen und ein wenig mitzusingen. AOF-Bassist Chris Steele tänzelte über die Bühne wie kein anderer, und Sänger George Pettit - in seiner typischen Jeans-Shorts - animierte das Publikum und hatte sichtlich Spaß an diesem Abend. „Accidents“ war dann der letzte Song von Alexisonfire. Schade, man hätte ruhig noch mehr von der Band gehört und gesehen.
Ein weißer Vorhang hing vor der Bühne, als um 22Uhr das Gitarrenriff zu „This Is How It Goes“ erklang, die Silhouette von Ian D'Sa zu sehen war, dann die von Drummer Aaron Solowoniuk und Bassist Jon Gallant. Von der Seite sprang dann plötzlich Sänger Ben vor den Vorhang, schnappte das Mikro und los ging es. Mit ihren zwei Alben treffen Billy Talent den Geschmack der heutigen Jugend, die diese Band auf einer Welle des Erfolgs gehievt haben, dessen Ende noch lange nicht abzusehen ist. Denn egal ob Billy Talent in einem Schuppen vor 300 oder wie an diesem Abend vor 8000 spielen: Ihre Musik, ihre Songs kommen einfach an. Dazu noch die Begrüßung mit „Düsseldorf Helau“ und einer zweiminütigen Rede über die schönen Frauen, die man hier in Deutschland überall hat, und dass er seine Ex gar nicht mehr mag. Den Leuten Honig ums Maul schmieren gehört dazu, wenn man in der obersten Liga spielt und auch ein Teil vom Mainstream-Publikum anspricht, welches auch gerne Robbie Williams hört. Aber mit Songs wie „Nothing To Lose“, „Try Honesty“, „Red Flag“, „Devil In A Midnight Mass“ und der aktuellen Single „Fallen Leaves“ können die Kanadier nur gewinnen. Ein schweißtreibender Abend - so wie bis jetzt alle bisherigen Billy Talent-Shows. Nach 90 Minuten quasi dann die Erlösung für das durchnässte Publikum. Respekt vor dieser Band. Billy Talent bleiben weiterhin auf der Überholspur. Bis zum nächsten Konzert…
- Billy Talent, Alexisonfire und Enter Shikari in der Philipshalle Düsseldorf // 20. Februar 2007
- Galerie: Billy Talent in der Philipshalle Düsseldorf // 20. Februar 2007
- Galerie: Billy Talent in Hamburg // 18. Februar 2007
- Billy Talent - Galerie live in Köln // 28. September 2006
- Billy Talent - Galerie live in Bochum // 22. Juni 2006







