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"SMILE LIKE A WOLF" ALS UMSONST-DOWNLOAD
The Blackout Argument verschenken ihre EP - mit allem Drumherum
Webwheels, Flashplayer, Song-Downloads - wenn es darum geht, neue Vertriebswege zu erschließen, werden Bands und Labels zunehmend kreativer. The Blackout Argument geht das alles nicht weit genug: Sie verschenken "Smile Like A Wolf" als Umsonst-Download-EP.
Netlabels und manche Bands haben Ähnliches auch schon gemacht, The Blackout Argument ziehen ihre Idee komplett durch: Dazu gibt es das Artwork von Dave Quiggle, der schon für Rise Against, Sick Of It All oder Atreyu gearbeitet hat. Außerdem kann sich jeder die Songs erst anhören und schließlich sogar im unkomprimierten WAV-Format - also auf höchster Qualität - runterladen. Und: Es gibt keine Registrierung, keine Mail-Anmeldung, keine Myspace-Buddy-Aktion (wobei natürlich jeder trotzdem Myspace-Freund der Band werden darf).
Veröffentlicht wird "Smile Like A Wolf" am 1. Juni 2008. Ihr müsst nur auf den folgenden Link klicken, und schon kann's losgehen.
DOWNLOAD-LINK
www.smilelikeawolf.com
INTERVIEW
Chris, als Mitglied von The Blackout Argument und gleichzeitig Verantwortlicher von Let It Burn Records, erzählt aus diesem Anlass, wie die Band zu dieser Idee kam, wie er selber Musik konsumiert und wie er die Never Say Die-Tour erlebt hat, bei der die Münchner mit dabei waren.
GETADDICTED: Habt ihr - bevor ihr euch für den Umsonst-Download
entschieden habt - andere Optionen durchgedacht? Was hat letztlich gegen
andere Möglichkeiten gesprochen?
Chris: Natürlich haben wir uns das ganze im Vorfeld genau überlegt.
Im Mittelpunkt dieser Überlegungen stand jedoch der Wunsch, etwas
"Alternatives" zu machen und etwas, das den Leuten, die uns
mögen, direkt zugute kommt. Nach einigem Hin und Her hat es sich
dann auf eine Gratis-Online-EP eingependelt. Allerdings wollten wir
dabei andere Wege gehen, als Labels/Bands es bisher getan haben, wenn
sie Songs für lau ins Internet stellen. Was man in der Regel auf
der Webseite oder dem Myspace-Profil der Bands / Labels findet, ist
vollkommen unbefriedigend. Entweder liegen die Songs in miesester Qualität
vor oder man kann sie nicht downloaden. Es fehlen Infos, Songtexte,
Artwork, etc. Ein Song ist schnell mal online gestellt, aber ein richtiges
"Online Release", so wie wir das mit "Smile Like A Wolf"
gewünscht haben, gibt es so gut wie nie.
Deshalb haben wir uns bei der Entwicklung der Download-Seite (www.smilelikeawolf.com) auch entsprechend viel Mühe gegeben. Wir wollten alle wichtigen Informationen auf einer Seite zusammenfassen, dazu einen Audio-Player für Leute, die die Songs zuerst auschecken wollen, bevor sie sie downloaden, und eine Download-Sektion in der man nicht nur die mp3s bekommt, sondern auf Wunsch auch WAV-Dateien in maximaler Audioqualität und ein komplettes CD-Artwork mit Booklet, Inlay, allen Texten etc. Um das ganze so einfach wie möglich zu machen, haben wir auch komplett auf eine E-Mail-Registrierungspflicht oder den Weg über einen Myspace-Friend-Request (wie Pennywise das beispielsweise mit ihrem neuen Album gemacht haben) verzichtet. Egal ob jemand THE BLACKOUT ARGUMENT schon kennt oder erst ganz neu auf uns aufmerksam geworden ist, "Smile Like A Wolf" ist die einfachste und beste Möglichkeit an dieser Band teilzuhaben.
Gegen ein reguläres Release hat beispielsweise die Tatasche gesprochen,
dass es unsere dritte MCD in zwei Jahren gewesen wäre, während
wir nur ein Album veröffentlicht haben. Die andere Möglichkeit,
diese Songs einfach für das Album aufzusparen, kam ebenfalls nicht
in Frage, da der Release-Termin des Albums bereits mit Januar 2009 fix
feststeht. Diese Zeit wollten wir nicht einfach so verstreichen lassen,
insbesondere aufgrund der Tatsache, dass wir mit unseren neuen Sänger
Raphael zwar seit Sommer 2007 bereits live unterwegs sind, es aber bisher
noch keine Aufnahmen mit ihm gab.
GETADDICTED: Ihr sagt: "In times when the music industry is stumbling
across its own feet ...". Was sind eurer Meinung nach die Punkte,
an denen die Musikindustrie am schnellsten umdenken muss?
Chris: Ich glaube der größte Fehler der Musikindustrie ist,
dass sie den Käufer, Hörer und Fan nicht als KUNDEN sieht.
Das ist wie in jedem anderen Business auch: Ohne Kunden ist jede Firma
dem Untergang geweiht und genau aus diesem Grund sollte er auch König
sein. Die Musiklandschaft verändert sich tagtäglich. Vertriebs-
und Vermarktungsstrategien, die vor zwei Jahren noch prima funktioniert
haben, können heute schon totaler Müll sein. Großen
Anteil an dieser rasanten Entwicklung hat ohne Frage das Internet. Die
schnelle und unmittelbare Verfügbarkeit von Musik (im Zweifelsfall
auch auf illegalem Weg) hat das Konsumverhalten der Hörer stark
verändert. Auf der anderen Seite hat auch die Anzahl an jährlich
neuen Bands /Releases extrem zugenommen. Der Markt ist total überflutet,
und als Musikfan hat man nur noch zwei Möglichkeiten. Einige reagieren
darauf mit Rückzug und kaufen nur noch Platten der Bands, die sie
schon seit fünf oder zehn Jahren gut finden. Andere Kids gehen
den anderen Weg und versuchen sich wie oben bereits beschrieben, möglichst
einfach und günstig einen Überblick über die Band-/Release-Flut
zu verschaffen. Die Plattenlabels (und alle anderen Institutionen, die
am Prozess beteiligt sind, wie beispielsweise Vertriebe, Promoagenturen,
Management Agenturen etc.) müssen lernen, auf diese Veränderungen
zu reagieren und sich auf die Musikfans einzustellen.
GETADDICTED: Angenommen: Ich bin Traditionalist. Ich kann mir zwar
Cover und Lyrics runterladen, alles brennen, ausdrucken und zusammenbasteln
- aber ich will eine richtige CD/Vinyl. Wie geht ihr mit einer Kritik
aus dieser Richtung um? Und: Wie handhabt ihr das selber? "Echte"
CDs/Platten, iTunes/Musicload oder gar illegale Downloads?
Chris: Darüber haben wir uns ebenfalls im Vorfeld gedanken gemacht,
was letztendlich zur Entscheidung beigetragen, hat "Smile Like
A Wolf" auch als Vinyl-7inch auf Blacktop Records zu veröffentlichen.
Die Scheibe ist auf 500 Stück limitiert und ein reines Non-Profit-Release.
Uns war es jedoch wichtig, den Leuten, die einen "echten"
physischen Tonträger haben wollen, auch etwas an die Hand zu geben.
Ich denke so ist es ein super Kompromiss.
Ich selbst kaufe mir nur noch wenig CDs, eigentlich nur noch von Bands, bei denen ich weiß, dass sie mit jedem neuen Album wieder Qualität abliefern. Da fallen mir spontan Bands wie Rise Against, Most Precious Blood, Life Of Agony, Azad oder Kataklysm ein. Aufgrund meiner Arbeit höre ich eigentlich fast nur noch vor dem PC oder auf dem iPod Musik. Schon alleine aus diesem Grund sind für mich Mp3s als Audio-Format unentbehrlich.
GETADDICTED: Eine Frage an dich als Musiker und Let It Burn-Chef: Fuze
und Stardust sind eure Top-Supporter. Wie schätzt du die Bedeutung
(aus Promotionsicht wie auch aus Sicht der Leser) eines Printmagazins
im Gegensatz zu Onlinern ein?
Chris: Online- und Print-Fanzines sind schwer zu vergleichen. Der logistische
Aufwand bei einem Print-Fanzine ist natürlich deutlich größer,
ebenso der finanzielle. Es ist heute sehr einfach von heute auf morgen
ein liebloses online-zine zu starten und promos zu kassieren, was leider
noch zu oft vorkommt. Wirklch gute Online-Zines sind rar. Wenn man es
allerdings richtig aufzieht und sich Mühe gibt, kommt es, was die
Qualität der Beiträge betrifft leicht an ein Print-Zine heran.
In Bezug auf Aktualität haben natürlich die Onliner deutliche
die Nase vorn. Als Leser will ich beides haben, im Internet beim Surfen
mir die wichtigsten Infos, Reviews, Tourdaten, etc. auschecken, daheim
auf dem Klo (das klassische Klischee) oder auf langen Autofahrten sind
jedoch Print-Fanzines nicht zu toppen.
Was den Promo-Effekt betrifft, so werden Print-Magazine von den Lesern
ein wenig ernster genommen. Das hängt sicherlich damit zusammen,
dass es so viele schlechte Online-Zines gibt (siehe oben). Auch die
Nachhaltigkeit ist bei Print-Zines besser, wenn deine News oder Story
bei einem Online-Zine älter als 2 Wochen ist, ist sie weg vom Fenster.
Aber wie gesagt, als Leser & Musikfan möchte ich beides haben,
sowohl Online- als auch Print-Zines.
GETADDICTED: Ihr seid ja - auch durch eure früheren Bands Paint The Town Red und Flyswatter - in gewisser
Weise "alte Hasen". Welche Verbindungen aus den Tagen sind
für so eine Aktion hilfreich?
Chris: In diesem Fall waren es eher die Kontakte und das Know-How von
Let it Burn Records, die uns geholfen haben. Natürlich verschmilzt
das ganze bei The Blackout Argument quasi in Personal-Union, aber Let
it Burn Records haben auch finanziell einen Großteil dazu beigetragen,
dass wir als Band "Smile Like A Wolf" veröffentlichen
konnten.
Die Erfahrungen, die wir jedoch als Musiker in unseren bisherigen Bands sammeln konnten, helfen uns jedoch dabei, die Entwicklung der Musikindustrie besser einschätzen zu können. In diesem Fall war das natürlich sehr hilfreich, weil eine Entscheidung, ein komplettes Release gratis zum Download freizugeben, gut überlegt sein muss.
GETADDICTED: Ihr seid bei der Never Say Die-Tour mit dabei gewesen.
Ist es nicht teilweise deprimierend, wenn man als Opener auf der Bühne
und (oft) ein Großteil der Leute vielleicht sogar noch vor der
Location steht? Oder "siegt" da der Promo-Effekt?
Chris: Wir hatten das Glück, auf vier der sechs Shows, die wir
mitgespielt haben, nicht als erste Band auf die Bühne gehen zu
müssen. An diesen Abenden gab es noch einen lokalen Support, der
vor uns gespielt hat, weil wir sozusagen "Teil des Packages"
waren. Aber auch bei den anderen beiden Shows war es unterm Strich kein
Problem für uns, den Abend zu eröffnen. Auf den Shows waren
teilweise bis zu 1500 Leuten und auch als erste Band spielt man da vor
500-600 aufmerksamen Hörern. Besonders bei so großen Packages
schwindet die Konzentration auch schnell, und die ersten Bands werden
in der Regel genauer ausgecheckt als der "Mittelblock".
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