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SECHS JAHRE UND VIER SCHUHE
Blood Red Shoes im FZW, Dortmund // 29.04.2008
Sechs Jahre ist es her, da spielte ein Duo nur mit Schlagzeug und Gitarre im ausverkauften FZW und eroberte ein Jahr später mit Seven Nation Army die Musikwelt. Auch die Blood Red Shoes aus Brighton sind nur zu zweit und auch wenn das FZW nicht ausverkauft, sondern nur gut gefüllt war, mag man spekulieren, ob sich Geschichte wiederholt.
Eröffnet wurde der Abend von Dr. Norton, vier nach Berlin ausgewanderten
Bayern, die nach eigener Aussage „dreckigen, smarten Garagepunk“
machen. Nun ja, so richtig schmutzig klang ihr halbstündiger Auftritt
nicht, eher wie eine etwas wildere Ausgabe von The Robocop Kraus.
Danach dauerte es fast 45 Minuten, ehe Laura-Mary Carter und Steven Ansell alias Blood Red Shoes auf die Bühne kamen. Wahrscheinlich wollte man den Besuchern im rauchfreien FZW genug Zeit geben, vor der Tür am lauen Frühlingsabend noch eine zu qualmen.
Den Auftakt bildete „It’s Getting Boring By The Sea“ vom Debütalbum „Box Of Secrets“, das in den folgenden gut 50 Minuten (inklusive zweier Zugaben) fast komplett gespielt wurde. Dabei zeigte sich, dass die blutroten Schuhe ohne großes Instrumentarium herrlich druckvoll rocken können. Vor allem Steven am Schlagzeug wirkte manchmal wie entfesselt, während die schüchtern wirkende Laura erst im Laufe des Sets auftaute.
Zwar können die beiden den Vergleich mit den White Stripes wahrscheinlich
nicht mehr hören, aber er drängt sich halt unwillkürlich
auf, auch wenn ihr britischer Einschlag vor allem bei Songs wie „You
Bring Me Down“ mit seinem Editors & Co.-artigem Wave-Rhythmus
der Musik gut tut und für Abwechslung sorgt. Meine persönlichen
Favoriten sind allerdings die eher „amerikanischen“ Stücke
wie „Doesn’t Matter Much oder Say Something Say Anything“.
Mit dem Schlussakkord von „ADHD“ als letztem Song, in dem
auch die eher zarte Laura-Mary Carter sich die Seele aus dem Leib schreit,
stürmte Steven Ansell sichtlich erschöpft aus der saunaheißen
Halle. Mal sehen, wie bekannt die Band in sechs Jahren ist, das Potential
zu Großem hat sie definitiv.
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