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BRATZE
KRAFT
[AUDIOLITH/BROKEN SILENCE]
„Bratze, bei Myspace sahst du besser aus“ steht auf einem Promosticker des Hamburger Duos. Was macht man denn jetzt damit? Im Zweifel sollte man an dieser Stelle einfach mal verraten, wer sich hinter dem Namen Bratze verborgen hält. Zum einen wäre da Clickclickdecker. Dieser junge Mensch macht verträumten, lustigen und sehr schönen Singer/Songwriter-Sound, der mit dem Begriff Emotronic irgendwie gut umschrieben ist.
Die andere Seite wird ebenfalls von einem jungen Hamburger Bürger bedient, dessen Künstlername Der Tante Renate lautet und dessen musikalische Vorbilder irgendwo zwischen Techno-Club und D.I.Y.-Hardcore-Roots zu suchen sind. Diese zwei Rabauken fusionieren also zu Bratze. Hier werden intelligente, lustige und irgendwie immer ein wenig melancholische deutsche Texte mit flotten elektronischen Beats verwoben.
„Im Auge des Lachses“ braust dann auch gleich los und serviert Philosophisches zum Tanzen. „Flaschen zerschmeißt man am Besten auf Beton“ verklickert uns hier Mister Clickclickdecker. LCD Soundsystem auf Deutsch? Das Duo trifft musikalisch den Nerv der Zeit. Die Hamburger Schule macht den nächsten nützlichen Schritt in Richtung indietronischem Entertainment! „Wenn ich dann komm, bin ich dann willkommen, und wenn ich geh, wohin geh ich dann?“ erklärt vieles in einem Satz. Diese beiden, der Soundtüftler und der emotionale Lyriker, kreieren hier einen schweißtreibendem Rave durch die Nacht. Selten halten Bratze inne und selbst wenn, dann nur für Bruchteile einer Sekunde.
Songs wie etwa „Jean Claude“ funktionieren auf der Tanzfläche und machen die Glieder locker. Kevin Hamann und Norman Kolodziej treten in die Fussstapfen von Mediengruppe Telekommander, Von Spar und Deichkind mit diesem poppigen Entwurf deutscher Clubmusik. Vor vielen Jahren standen die Begründer der NDW ebenfalls an dieser Stelle und schufen eine musikalische Bewegung, die weltweit zur Kenntnis genommen wurde.
Schön bewegen sich die beiden mit „Attok Zorack“ auf eine anarchische Reise durch den Indie-Rave. Treibende Rotzgitarren fressen sich durch den Techno-Dschungel und hauen uns unsere 90er-Musik-Sozialisation um die Ohren. Neben Formationen wie Räuberhöhle, Egotronic oder Freakatronic sehen die beiden jedenfalls super aus und werden frischen Wind in die Tanzmusik bringen. Das kracht tüchtig!






