NEW KIDS IN THE POTT

 

Comeback Kid, Rise and Fall, Black Friday 29, Justice und Final Prayer live in der Matrix, Bochum // 24.02.2007

 

Wenn Comeback Kid rufen, moshen sich alle Hardcore Kids um die Tickets. Diejenigen, die sich rechtzeitig eine Einlassgenehmigung ergattern konnten, belagern an diesem Samstagabend die Bühne in der Röhre der Bochumer Matrix. Als erster Aufheizer der gierigen Masse fungieren an diesem Abend die Berliner Final Prayer. Vom ersten Saitenanstoß an gab es „Auf die Fresse“-Hardcore mit den üblichen Metalahnleihen und den Mitgrölpassagen für die Textsicheren. Die Saitenfraktion überzeugte dazu mit akrobatischen Sprungeinlagen während der häufigen Breaks.

Nachdem die meisten Anwesenden sich aufgewärmt hatten, sollte es ein leichtes für Justice sein, die Meute weiter auf Trab zu halten. Das titelgebende „Elephant Skin“ der letzten LP zum Auftakt ließ Großes erahnen. Den Erwartungen am Bühnenrand wurde die Band allerdings nicht gerecht. Leider glich die Show eher eine Promoveranstaltung für das kommende Album „Escapades“. Die sonst so textsicheren Fans bekamen nur abschließend ein mageres „Light In The Dark“ der ersten EP. Bitte keine weitere gute Band, die dem Funkeln eines Major Deals erlegen sind!

Zum Glück schafften es Black Friday 29 und die zweite belgische Band im Bund, Rise & Fall, das Publikums von Sparflamme wieder auf Feuer zu bringen. BF 29 kam natürlich der Ruhrpottheimvorteil zugute. Die Band feiert demnächst ihr fünfjähriges Bühnenjubiläum und bewies mal wieder, welche Rückendeckung sie sich mittlerweile im Pott erspielt hat.

Rise & Fall haben sich ebenfalls in die Herzen des Ruhrgebiets gezockt. Die Lieder der beiden Releases „Hellmouth“ (2004) und „Into Oblivion“ (2005) wurden nicht zum ersten Mal in der Matrix gespielt, was man den Fäustereckende und Stagedivenden entnehmen konnte.

Dann hieß es: Bühne frei für Comeback Kid! Die Kanadier fachten das vorhandene Stimmungsfeuer weiter an und weiteten es zum Großbrand aus. Auf diese knapp 60minütige Show hatten fast ausnahmslos alle gewartet. Die Menge tobte und auf der Bühne versammelten sich in alter Hardcoremanier fast alle Bandmitglieder der vorherigen Bands plus Crew. Geboten wurde eine feuchtfröhliche Mischung der ersten beiden Alben „Turn It Around“` und „Wake The Dead“, unter die sich heimlich still und leise Tracks des kommenden „Broadcasting“ mischten. Shouter Andrew Neufeld, der nach dem Ausstieg von Scott Wade die Gitarre an den Nagel hing und zum Mikro griff, schreit etwas tiefer als sein Vorgänger, aber man gewöhnt sich dran. Zum Abschluss gab’s natürlich `Wake the dead`. Den Worten des letzten Liedes ist nichts mehr hinzuzufügen: `This is my final goodbye!`. Außer vielleicht: `Bis zum nächsten Mal…`

 

Text und Fotos: Mathias Schumacher