JURASSIC PARK IN KÖLN

 

Dinosaur Jr. in der Live Music Hall // 20.05.2008

 

Als sich Dinosaur Jr 2005 nach acht Jahren Pause in der Originalbesetzung wieder zusammenrauften, diente dies der Promotion der Wiederveröffentlichung der ersten drei Alben. Letztes Jahr dann geschah das Unglaubliche: J Mascis, Lou Barlow und Murph nahmen nicht nur eine neue CD auf, „Beyond“ ist sogar richtig gut geworden und steht den alten Klassikern in nichts nach, womit die zugehörige Tour zum Glück keine reine Nostalgieveranstaltung werden dürfte.

 

Die Farbe des Abends ist eindeutig grau, wenn auch keiner der in der Regel den Zwanzigern längst entwachsenen Besucher über eine so herrlich silbergraue Mähne verfügt wie J Mascis selbst. Er erinnert einen unwillkürlich an Klekih-Petra aus den Winnetou-Filmen, als er kurz nach neun auf die Bühne schlurft und sich vor seine Verstärkerwand begibt. Bassist Lou Barlow hingegen wirkt immer noch wie ein junger Rocker und zusammen mit Schlagzeuger Murph sorgt er auch für einen herrlich druckvollen Soundteppich, auf dem Mascis sich dann mit seinen fantastischen Gitarrensoli austoben darf. Vor allem der unglaublich laute und verzerrte Bass ist es, der den Songs noch mehr Energie verleiht als auf Platte und so ist live kein Unterschied zwischen den fast 20 Jahre alten Hits und den neuen Songs zu erkennen. Überhaupt ist das Set eine gelungene Mischung aus alt und neu, wobei besonders Klassiker wie „The Wagon“ oder „Feel The Pain“ für Begeisterung sorgen.
Nach 65 Minuten verabschieden sich die drei, kehren aber natürlich noch einmal für eine Zugabe zurück, in der sie die Leute endgültig in Ekstase versetzen: vor allem bei „Freak Scene“ wird laut mitgesungen und heftig gepogt. Nach zwei weiteren Songs ist dann endgültig Schluss und jedem war klar, dass die Dinosaurier doch noch nicht ausgestorben sind.

Setlist:
Tarpit
Been There All The Time
Budge
Lightning Bulb
The Wagon
Crumble
Out There
Feel The Pain
Pick Me Up
Forget The Swan
Kracked
Sludgefeast
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Freak Scene
Just Like Heaven
Chunks

 

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Text und Foto: Rainer Driemeyer