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HUMPPA HUMPPA HUMPPA TÄTÄRÄ
Eläkeläiset live in der Zeche Carl, Essen // 23.04.2008
Wer mit dem Begriff „Humppa“ bislang in etwa so viel anfangen kann wie Gotthilf Fischer mit Slayer, dem sei gesagt, dass es sich hierbei um eine – nein, die! – finnische Volksmusik handelt, die in den 30ern aus Foxtrott entstand. Dem Terminus „Volksmusik“ entsprechend wird diese eher von älteren Semestern gehört. Da verwundert es nicht, dass der finnische Humppa-Export Nummer Eins Eläkeläiset (zu deutsch „Die Rentner“) betitelt ist. Eben diese erstaunlich jungen Rentner luden nun im Rahmen ihrer Tour zum 15-jährigen Bandbestehen zum Tanz in die Zeche Carl ein. Dort präsentierten sie ihre Werke, hauptsächlich Humppa-Versionen bekannter Songs, vor rappelvollem Haus mit guter Laune und jeder Menge Alkohol.
In den Konzertsaal der Zeche Carl drängelte sich an diesem Abend
eine illustre Menge quer durch alle Altersklassen, eindeutig dominiert
von Freunden der härteren Musik. Schließlich haben sich Eläkeläiset
in der Metal-Szene unter Anderem durch ihre Coverversionen von Motörhead,
Metallica und Iron Maiden einen gewissen Kultstatus erspielt, der sie
auch schon auf das Wacken Festival brachte. Die Zeche Carl war zum Bersten
voll, als gegen 21:15 Uhr die Herren in biederen Anzügen die Bühne
betraten, um unter frenetischen Jubel erst einmal einen Kurzen zur Einstimmung
zu trinken.
Bereits ab dem ersten Song war die Stimmung auf dem Höhepunkt und hielt sich dort gute eineinhalb Stunden: Die Massen tanzten und brachten fleißig alkoholischen Nachschub in die Halle. Manch einer sang sogar mit – wahlweise den Originaltext oder die finnische Version der originellen Humppa-Coverversionen von Bad Religions „American Jesus“, „Enter Sandman“ von Metallica oder „Keep On Rockin’ In The Free World“. Auch Iron Maidens „Run To The Hills“ musste dran glauben und selbst „Wind Of Change“ blieb nicht verschont.
Bei ihrer ureigenen Version von „Love Will Tear Us Apart Again“
(bei der Mr. Curtis sich wohl regelrecht im Grabe gewälzt haben
muss) bat die Band das Publikum, sich hinzusetzen, damit Gitarrist Petteri
Halonen sich und einen Teil der vorne Stehenden erst einmal mit Rotwein
und Wodka druckbetanken konnte. Jetzt erschien es umso sinnvoller, dass
die Band die ganze Zeit im Sitzen musizierte. Es folgten noch weitere
Humppa-Kracher, wie beispielsweise Van Halens „Jump“ (mit
Akkordeonsolo!) oder der „Lambada“, die bandseitig gerne
mit Bierduschen in Richtung Publikum begleitet wurden. Zum Ende der
Show hin waren Publikum und Band wahrscheinlich genauso voll wie die
Halle, wenngleich man bei diesen Finnen nie so ganz sicher sein kann,
welche rauen Mengen Ethanol sie weckstecken können. Angeblich haben
sie vor der Show sogar diverse Alkoholika in der Halle versteckt, die
den glücklichen Findern den Abend zusätzlich versüßten.
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