GET WELL SOON

 

REST NOW, WEARY HEAD! YOU WILL GET WELL SOON

[CITY SLANG/UNIVERSAL]

 

Dass hinter diesem Namen ein junger Mann aus Berlin steckt, der musikalisch eine Kerbe zwischen Beirut und Radiohead schlägt, scheint nach einmaligem hören ganz und gar unfassbar. Das Debüt von Konstantin Gropper aka Get Well Soon verweilt behände zwischen osteuropäischer Zigeunerromantik und dem großen weltmännischen Indiepop. Das ist irgendwie so, als wenn Deutschland mal wieder Fußballweltmeister werden würde. Soll heißen, dass solch meisterhafte Werkschauen meist im Ausland geboren und umgesetzt werden. Und dann haben wir hier einen jungen Herren, der Pathos, Pop und die ganz großen Indiemelodien aus dem Ärmel schüttelt, als wäre es gar nichts.

Irgendwo zwischen filmreifen Hintergrundvertonungen und charismatischen Flüstergesängen verweilt Get Well Soon für mehr als einen Moment. So wie Beirut oder Bright Eyes so ganz besondere Gefühlsmomente schaffen, so streicht einem Konstantin Gropper leicht über die Seele. Um dies zu untermauern steht auf der Rückseite des Albums folgendes zu lesen: “ I Tried My Very Best To Make This music loveable.“ Ja. Einzigartige Schönheit in Ton!
Was ist das für ein Mensch, der scheinbar mit einer Handbewegung den Glauben an das gute in deutscher Musik zurückgibt? Konstantin ist ausgebildeter Muliinstrumentalist, Popakademiker (man glaubt es kaum, Popakademie in Mannheim mit Dozenten wie etwa Xavier Naidoo) und humorvoller Pessimist wie schon einige Titel des Albums unterstreichen: `Christmas in Adventure Parks` oder `I sold my hands for food, so please feed me`.

Es wird so wunderbar schwer ums Herz, wenn Konstantins Stimme ertönt und dazu Bläser, Streicher und Pianos getragene und ergriffene Weisen spielen. Er selbst dazu: „Meine Musik mag desillusioniert sein, aber sie soll nicht desillusionieren.“ Der Gestus des Wave trifft den Gedanken des Pop und verschmilzt zu Independent. So darf man auch über eine ganz eigene Interpretation von Underworlds `Born Slippy` staunen, die das Klangkonzept des Orginals in ein völlig anderes Licht rückt. Eine schwermütige Reise, die Get Well Soon hier in drei Jahren geschaffen hat. Ein Ausflug für die Seele in der Nähe von alten Ennio Morricone Western-Filmen und feingliedriger Liebeslieder. Bizarr klingt es schon, wenn `Your Endless Dream` aus den Lautsprechern quillt und man zum letzten Male auf einen Stuhl klettert. Adieu und Rest Now, Weary Head! You will get well soon!

 

 

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Verfasser: Daniel Rade

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