JAKOBINARINA

 

THE FIRST CRUSADE

[CARGO RECORDS]

 

Wer auf einem zugefroren Vulkan aufwächst, wird vermutlich entweder bekloppt oder Musiker. Oder beides. Die sechs Jungs von Jakobínarína sind dem Vernehmen nach gerade mal so um die 17 Jahre alt und scheinbar schon jetzt auf dem Weg, wahnsinnige Musiker zu werden. Zumindest hört sich das, was die sechs Isländer da auf ihrer ersten Platte "The first crusade" verzapfen, alles andere als normal an.

Beeinflusst ist der Punk-Pop-Rock definitiv von dem aktuellen Musikgeschehen auf der anderen großen Insel, aber irgendwie klingt es trotzdem anders - es ist halt diese typische Prise Island, die das Ding so besonders macht. Vor allem ist es nicht das Werk von pickeligem Teenies, sondern kommt enorm eigenständig und erwachsen rüber. Versehen mit einem simplen Shout- oder Sprechgesang kreieren die Schüler trotz wirrster Song-Entwürfe zuckersüße Melodien mit Ohrhonig-Faktor. Manchmal kommt es dem Zuhörer zwar vor als würden zwei, drei Songs gleichzeit ablaufen und manchmal, als würden zwei, drei Musikrichtungen gleichzeitig ablaufen, aber die Nummer funktioniert.

Egal welche irre Idee sie haben, ob sie Elektro-Beats, grausige Keyboard-Sounds, deutsche Texte, Westerngitarre oder Bahnhof-Samples einsetzen - es fuktioniert. Warum auch immer ... Daher ist es kein Wunder, dass die Eis-Insulaner neulich für Kaiser Chiefs den Einheizer spielen durften. Den Namen haben wir nicht zum letzten Mal gehört. Daumen hoch.

 

 

Verfasser: Jens Büttner

Artverwandt: unvergleichlich / Mr. Bungle meets Franz Ferdinand
Anspieltipps: Sleeping in Seattle, His lyrics are disastrous