JUNIUS

 

JUNIUS

[RADAR RECORDS]

 

Nachdem ich vor einigen Tagen schon ein Ohr gewagt hatte, beschloss ich, mir diese Platte für einen grauen Sonntag Nachmittag aufzubewahren, denn Junius liefern den perfekten Soundtrack für Selbstmitleid und Tristesse. Das ist mal ausnahmsweise nicht negativ gemeint. Mein Problem war nur, dass kein trister Sonntag Nachmittag kam, sondern ich jetzt bei strahlendem Sonnenschein vor der Tastatur sitze und Worte für eine CD zu finden versuche, die so unbeschreiblich klingt. Ich gehe mal davon aus, dass Menschen, die Dredg und The Cure mögen jede Menge Spaß an Junius haben werden. Mir geht es jedenfalls so. Die epischen Songstrukturen und bombastischen Gitarren-Elegien werden gepaart mit überraschenden Effekten und jeder Menge hymnischer Elemente, und über allem thront eine Stimme, die in der Tat hin und wieder an den guten alten Robert Smith erinnert, aber auch dann und wann zu kreischen vermag. Aber damit sind Junius immer noch nicht hinlänglich beschrieben, denn das Quartett aus Boston erzeugt einen Klangteppich, der den Zuhörer durchgehen mit scheinbarem Lärm beschallt, aber trotzdem dringen so viele Melodien und Ideen aus dem Ton-Dickicht, dass man jeden Song mindestens drei mal hören muss, um auch nur annährend alles zu erfassen. Schwere Kost, aber wer sich drauf einlässt wird seinen Spaß haben.

 

 

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Verfasser: Jens Büttner

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