RIECHT NACH GUTER LAUNE

 

Keith Caputo live im Underground, Köln // 30. April 2008

 

Der kleine Mann ist gut drauf. Das kann das begeisterte Publikum im rappelvollen Kölner Underground vom ersten Ton an hören. Und Keith Caputo hat auch allen Grund für seine gute Laune, denn mit dem neuen Album "A Fondness For Hometown Scars", das er kürzlich beim niederländischen Label "Suburban Records" veröffentlicht hat, ist ihm nach zwei eher mäßigen Studio-Alben mal wieder ein echter Knaller gelungen.

 

Und so steigt der Life-Of-Agony-Frontmann auch gleich mit "Nothing To Loose" vom neuen Album ein, um anschließend seine Kurt-Cobain-Hommage "Rainbow Deadhead" folgen zu lassen. Die Nummer vom 2000er Solo-Debut "Died Laughing" würzt der Wahl-Amsterdamer zur Begeisterung seiner Zuschauer mit ein paar Takten "Smells Like Teen Spirit". Dieser grandiose Auftakt des ersten Konzerts der Deutschland-Tour zeigt schon an, wie es weitergehen wird: Caputo spielt fast ausschließlich Songs vom Debut-Album sowie von der aktuellen Scheibe. Und obwohl die eher entspannten Songs des Erstlingswerks auf den ersten Eindruck gar nicht zu den schwermütigen neuen Liedern zu passen scheinen, funktioniert diese Mischung bestens: Die Übersongs "Razzberry Mockery", "Selfish" und "New York City" reihen sich perfekt zwischen "Crawling", "In December" und "Son Of A Gun" ein. Und in der Live-Darbietung wirken die Songs auch gar nicht mehr so zerbrechlich und traurig, wie sie auf dem Album rüberkommen. Im Gegenteil: Auch diese Stücke können plötzlich gute Laune vermitteln. Hinzu kommt, dass der Sänger an diesem Abend stimmlich in beeindruckender Höchstfom ist und mit seinem unnachahmlichen Organ einfach jeden Ton trifft.

Einzig bei den zwei Zugabenparts enttäuscht der New Yorker sein Publikum ein wenig: Gab es bei den letzten Touren mit "Let's Pretend" zumindest einen kleinen Ausflug ins LOA-Lager, so verzichtet er diesmal komplett auf das Material seiner Hauptband. Doch das kann den Gesamteindruck von einem eindruckvollen Tanz in den Mai nicht trüben.

 

 

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Text und Foto: Jens Büttner