KLEINTEILIG UND UNGEPLANT

 

Man Man live im FZW, Dortmund // 26.05.2008

 

Anscheinend nicht der typische Konzerttag in Dortmund. Doch sicher führten auch andere Gründe zu der nur spärlich erschienenen Zuscherzahl an diesem Abend. Der Ticketpreis mag abgeschreckt haben, und die dünne Promo für die Man Man-Show tat ihr übriges. Keine guten Vorraussetzungen.

 

Als die Drei-Mann-Band Jazzwang Zoo aus Münster auf die Bühne steigt, sind kaum mehr als eine Hand voll Leute im Konzertsaal des FZW angekommen. Die ersten Klänge kommen trotzdem gut rüber und demonstrieren wiedermal, dass Jazzwang Zoo genau wissen, was sie tun. Spannende Melodien, einige schnelle Parts wechseln sich gekonnt und harmonisch mit Songwritermäßigen Passagen ab. Eine gute Mischung, die schließ noch ein paar mehr Leute in den Saal lockt - auch die Jungs von Man Man. Ein abwechslungsreiches Set über fast 50 Minuten und durchweg positives Feedback liesen denk Gedanken an die Eintrittspreise zum ersten mal vergessen.

Danach ging es schnell, der Platz auf der Bühne wurde gebraucht. Die fünf Man Mans bauten eine beachtliche Menge an Instrumenten auf. So etwas sieht man doch eher selten und so entsteht eine äußerst Interessante Kulisse: Vorne seitlich ein Piano und ein Schlagzeug. Dahinter von links nach rechts Xylophon, Keyboard, Keyboard, Xylophon und diverse Kleinteile und Drums.

Nachdem alles an seinem Platz stand, verschwanden die bärtigen Buben kurz und kamen in komplett weißen Bühnenoutfit wieder. Es ging mit viel Tempo und Energie los. Man Man lieferten eine abgefahrene Soundkulisse, warfen mit diversem Kleinkram rum, um Töne zu erzeugen und trommelten auf allem, was herumstand. Auch ein Rücken eines Zuschauers und die Beleuchtungsträger des FZW wurden instrumentalisiert. Super eingespielt wirkte das Ganze, aber geplant war das sicher nicht alles. In der hinteren Reihe wurden munter Instrumente gewechselt. Von Trompete, Bass, Gitarre, Flöte, Saxophon bis hin zu Keyboards, Xylophon und dem klimpernden Kleinkram der dort aufgestellt und gehängt war. Es wirkte wie ein Blick in einen Proberaum und es machte Spaß zuzuschauen, wie der Leadsinger über die Bühne turnte.
Die nichtmal 50 Besucher waren begeistert, tanzten und klatschten zum Schluss noch eine Zugabe herbei. Man Man hatte sich den Feierabend redlich verdient.

 

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Text und Foto: Sebastian Gondek