SIEBEN SONGS IN ZWEI MINUTEN

 

Melt Banana live im FZW, Dortmund // 22.05.2008

 

Was würde einen nun erwarten? "Noise-Rock" hieß es auf der Website des FZW. Genre-Bezeichnungen sind oft in höchstem Maße nichtsssagend. So auch an diesem Abend...

 

Melt Banana, Foto: Sebastian GondekDas FZW war schnell gut gefüllt und so wohnten schon dem Auftritt der Vorband Ten Volt Shock eine beachtliche Zahl Zuschauer bei. Die Freiburger überzeugten mit einer größtenteils instrumentalen Vorstellung, die nur gelegentlich durch atmosphärischen Gesang begleitet wurde. Sehr hohe musikalische Qualität, Spielfreude und eine Soundwand, die gut auf Melt Banana einzustimmen vermochte. Stilistisch zwar doch eine andere Gangart und weniger wild, aber die Frage nach der richtigen Vorband für eine Band wie Melt Banana, wurde vom Booker gut beantwortet. Nach etwas über einer halben Stunde wurden Ten Volt Shock mit viel Applaus von der Bühne verabschiedet.

Recht schnell wuselten dann auch vier unscheinbare Asiaten auf der Bühne herum und rückten allerhand Gerät, Verzerrer und Effektpads in die richtige Position. Ehe man es sich versah, griffen die unscheinbare Rika zu Ihrem Bass, und Agata, der mit einer Atemschutzmaske auf der Bühne stand, zu seiner Gitarre und hauten ordentlich in die Seiten. Auch Yako hielt sich nicht mit langem Gerede auf und so drosch das Quintett ein Song nach dem anderen runter. Der Sound kam gut rüber und die Menge hatte sichtlich Spaß an der Darbietung. Die Kommunikation fiel eher spärlich aus. Aber auch durch ein wenig Rumgewitzel auf gebrochenem Englisch mit der gewohnt asiatischen Zurückhaltung war es doch ein sympatischer Auftritt.

Die zerschmolzenen Bananen spielten sich durch Ihre Schaffensphasen, unter anderem mit ihrem aktuellen Release "Bambi's Dilemma". Die sieben kürzesten Songs der Band waren dazu in nichtmal zwei Minuten abgearbeitet. Eine Zwei-Song-Zugabe gab es auch noch, und es war den Bananen keiner böse, dass es schließlich dabei blieb. Der nächste Tourstop sollte tagsdrauf in München sein und bis dahin hatten die Bananen noch eine gute Strecke vor sich. Am Ende sah man durchweg glückliche Gesichter und auch die Schlange am Merchstand zeugte nach dem Konzert von einem erfolgreichen Auftritt.

 

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Text und Foto: Sebastian Gondek