MUNICIPAL WASTE

 

HAZARDOUS MUTATION

[EARACHE RECORDS]

 

Hmmmm, ich glaube, mit folgender Situation kann man das hier Gebotene am besten erklären. Stell dir vor, du steht auf einer Show von einer Band, die du noch nicht kennst. Nichtsahnend holst du dir einen Becher Bier, stellst dich in die Menge und nippst genüsslich an deinem Gerstensaft. Dann kommt die Band auf die Bühne und du denkst dir:„ACH DU SCHEISSE...!“, klatschst dir den Becher vor die Stirn, gehst nach vorne und rennst die ganze Zeit nur im Kreis... So oder so ähnlich stelle ich mir ein Konzert von MW vor, weil die Herren das Wort „Geschwindigkeitsbegrenzung“ wahrscheinlich nur vom Gangenmännchen spielen kennen. Das hier ist Trashmetal/core (such´ dir eins von beiden aus!), wie er in den guten alten 80er Jahren gespielt wurde, und zwar im Stile von D.R.I., frühen Anthrax, Suicidal Tendencies und so weiter praktiziert wurde. Da ist von allem was dabei, ein bisschen Punk, eine Prise Hardcore, ein Schuss Metal und vor allem jede Menge gute Laune. Meiner Meinung nach ist der Metalanteil am größten, Riffing und Soli erinnern bisweilen sogar ein bisschen an Slayer („Halten Sie mich für verrückt, halten Sie mich für übergeschnappt, aber selbst Metal-Laien müssen hier ein Herz haben, sich an meiner Begeisterung mitfreuen....“). Der Drummer muss chronische Sehnenscheideentzündungen haben, so wie er die Felle bearbeitet. Die Breaks sind absolut tanztauglich und sind in dieser Art bei manchen Oldschool-Bands wieder zu finden. Ohne jetzt in großes Geschwafel verfallen zu wollen, die Platte hat alles, was ich mir wünsche. Tempo, Breakparts, geilen Gesang (ähnlich Kurt Brecht, D.R.I.) ein bisschen Double-Bass und vor allem JEDE MENGE SPASS. Und das, ohne albern zu wirken, im Gegenteil. Hätte ich kein Datum auf der CD- Hülle gefunden, ich hätte die CD irgendwo zwischen ´83 und ´86 eingeordnet. Auch wegen des Covers: Comic-style mit einem „Soilent Grün“-ahnlichen Motiv. Auf jeden Fall authentisch, die Herren aus Richmond/Virginia! Mein Vorsatz für die nächste Zeit: Kutte nähen, Haare im Nacken wachsen lassen und Trash Revival feiern. KAUFEN! Danke für die Aufmerksamkeit.

 

 

Verfasser: Lorenz Eberhardt

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