STOCK UND BÄUCHE PLATZEN AUS ALLEN NÄHTEN

 

PunkAsFuck-Festival in Voerde, Stockumer Schule // 15./16.02.2008

 

Volles Haus, ein leergefegtes Buffet und jede Menge zufriedene Gesichter. Die Rechnung des fünften PunkAsFuck-Festivals in der Stockumer Schule zu Voerde ging vom Fast-Food-Verkauf bis zum „Trink“-Geld auf.

 

Bereits an Tag eins nahm Organisator Michael Friedlich, der in Punk- und Hardcorekreisen nur „Bomber“ gerufen wird, freudig zur Kenntnis, dass zahlreiche Musikfreunde seinem Aufruf gefolgt und zur Foto-Vernissage in schickster Abendgarderobe an der Schafstege erschienen waren. Zunächst schauten die versammelten Gäste dann auch weniger auf die visualisierten Konzerterinnerungen, sondern schmunzelnd auf ihre Nebenleute, die für einen Abend Nietengürtel gegen Schlips eingetauscht hatten. „Soviel gut gekleidete Leute hat die Stock noch nie gesehen“, amüsierte sich eine der knapp 70 Anwesenden. „Alle sind schick angezogen und haben Spaß“, zeigte sich auch PunkAsFuck-Macher „Bomber“ zufrieden und eröffnete mit wenigen Worten die zweitägigen Feierlichkeiten: „Bedient euch. Oi!Oi!Oi!” Damit meinte er zum einen das Buffet, vollgepackt mit Bruschetta-Häppchen, Tofu in Blätterteigmantel, Schoko-Kugeln und vielen weiteren veganen Leckereien. Zum anderen durfte sich jeder an der Fotowand bedienen und als Erinnerung persönlich interessante Exemplare für lau mit nach Hause nehmen. Bildete sich an diesem Tag noch lediglich vor dem kulinarischen Gabentisch ein Menschenknäuel, so platzte die Stockumer am nächsten Abend aus allen Nähten.

Vor vollem Haus drehten ein halbes Dutzend Bands ihre Verstärker auf. Die Dinslakener World Peace versetzten das Publikum zu Beginn in eine Zeitreise und bekamen für ihren „Spirit Of ´84“-Sound vom Publikum das Prädikat „Party Deluxe“ verliehen. Press Gang drehten noch weiter am Rad der Geschichte und lieferten klassischen Punk im Stile der ´77er-Anfangstage ab. Langsam aber sicher nahm die Betriebstemperatur im Mosh-Pit immer mehr zu und „Bomber“ höchstpersönlich ließ es sich nicht nehmen, bei Sirens den ersten Pogo anzuzetteln. Eben diese ach so beliebte Tanzformation war dann auch bei der Oi-Skin-Formation von Short Fuse mehr als gefragt. Für das letzte Live-Drittel zeigten sich die Hardcore-Punker von Empty Vision und schließlich The Now-Denial verantwortlich. Deren Sänger Sören nahm zwar etwas enttäuscht zur Kenntnis, dass das jüngere Klientel nach Mitternacht schon den Heimweg angetreten hatte und somit seinen gesellschafts-politischen Ratschlägen nicht mehr lauschen konnte, überzeugte aber dennoch mit überzeugender Bühnenpräsenz. Ein standesgemäßer Abschluss des PunkAsFuck-Jubiläums. Insofern, auf die nächsten fünf Jahre. Mindestens!

 

 

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Verfasser: Michael Blatt