"AUA, WIE GEIL?!"

 

Rage Against The Machine und Anti-Flag live in der Zitaelle, Berlin // 10.06.2008

 

Ellenbogen geprellt, Oberschenkel taub wie nach einem Halbmarathon, Muskelkater in den Handflächen (Hallooooooooooo?!). Rage Against The Machine haben beim einzigen Nicht-Festival-Auftritt in diesem Jahr in der Spandauer Zitadelle für praktizierte Massenhysterie inklusive Aufhebung aller Rechte auf körperliche Unversehrtheit gesorgt.

 

Wachste nach durchzechter Nacht mit dem üblichen dröhnen im und um den Kopf herum auf und versuchst aufzustehen - klappt aber nicht. Ist jetzt eigentlich auch nicht so ungewöhnlich (kam schon öfter vor), aber das das Ganze gar nicht vom exzessiven Alkoholkonsum, sondern mehr vom intensiven Konzertgenuss kommt, war mal was Anderes. Zu den ersten Worten des Morgens („Aua“), gesellte sich nach und nach die Erinnerungen des Abends und die Erkenntnis, „wie geil“ DAS denn jetzt mal war.

Rage Against The Machine und Ich. Ich und Rage Against The Machine. Wir beide. Und dazu noch zusammen an einem Ort. Gleichzeitig. Ich hätte jeden vor ca. einem Jahr herzlichst ins Gesicht gelacht, der mir das erzählen wollte. Die Zitadelle im schönen sonnigen Berlin Spandau kochte. (Jaja, 5 Euro ins Phrasenschwein. War aber echt so - gefühlte 40° in der Zuschauermenge). Anti-Flag gaben als Vorband eine etwas durchwachsene Vorstellung. Mehr alte Songs hätten der Setlist sicherlich gut getan. Aber die Aufgabe, vor RATM auf die Bühne zu gehen, ist auch nicht gerade die leichteste. Also geht das schon in Ordnung. Dass die Herren de la Rocha, Morello, Commerford und Wilk eine gefühlte Ewigkeit auf sich warten ließen, darf hier schon bemängelt werden. Aber auch das ging in Ordnung.

Als die Sonne gänzlich verschwunden war, ging für viele Anwesende der ein oder andere Traum in Erfüllung – zumindest lässt sich das anhand des riesigen Meeres aus sich bewegenden Körpern vor der Bühne schließen. Als ob sich jahrelang angestauter Bewegungsmangel auf einmal entläd, ging ein Ruck durch die Anwesenden. Massenpogo galore. Die ganze Zeit. Ist ja auch klar. Jeder kennt jedes Lied und so weiter. Und es gab sie ALLE. Technischer Perfektionismus seitens der Saitenfraktion. Wie damals, als wir noch jung waren. Das einzig Neue: Zack de la Rochas Ansagen über Revolution und so wurden auf ein Minimum reduziert. Es blieb die „Internationale”, für die übrig gebliebenen Kommis zu Beginn der ersten Zugabe. Hier die Setlist, die alle übrigen Fragen klärt :

01 Testify
02 Bulls on Parade
03 People of the Sun
04 Bombtrack
05 Know your Enemy
06 Bullet in the Head
07 Clampdown
08 Guerilla Radio
09 Ashes in the fall
10 Calm like a Bomb
11 Sleep Now in the Fire
12 Wake Up

(Internationale)

13 Freedom
(14 Township Rebellion Outro)
15 Killing in the Name

16 Tire Me
17 War Within a breath

Es war bombe!

 

 

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Text: Mathias Schumacher
Foto: Frank Abel