KIEL 'EM ALL

 

Smoke Blow und The Creetins in der LiveStation, Dortmund // 01.03.2008

 

Am Wochenende sorgte Orkantief Emma für feuchte Parties an Deutschlands Küsten. Ein besonders tosender Ausläufer des Sturms hatte es bis in die Dortmunder LiveStation geschafft. Smoke Blow. Sicherlich wurden auf dem Weg ganze Wälder dem Erdboden gleich gemacht oder wahlweise auch Tankstellen geplündert, denn im Gepäck hatten sich The Creetins versteckt. Kiels finest in Sachen Punkrock zusammen unterwegs. Da konnte es nur noch noch: „Kiel ’em all“ heißen.

Als erstes betrat dann aber zur Überraschung aller ein ziemlich abgefuckter Tom DeLonge die Bühne. Er stellte sich aber schnell als Creetins-Bassist Fanski mit Pornobart und Asimatte heraus. Die drei sympathischen Schleswig-Holsteiner läuteten den Abend mit einem Paukenschlag von einem Auftritt ein. Die gute Stimmung breitete sich wellenartig von der Bühne im ganzen Laden aus. Wer Singalongs von „High Old Time“ oder „The Spirit Is Willin“g noch nicht beherrschte, stimmte spätestens bei der dritten Wiederholung ein oder klatschte in „The Kids Outta Time“ mit. Am Ende bekam ein ganz Textsicherer von Sänger Frederick noch einen Tom DeLonge-Memorial-Bart verpasst.

Smoke Blow hatten somit leichtes Spiel, die LiveStation auf ihre Seite zu bringen. In der Verfassung hätte der Kieler-Sechser aber auch einen Ostfriesischen Kuhstall zum kochen gebracht. Anderthalb Stunden voll auf die Möhre. Die Ansagen wurden aufs nötigste begrenzt. Zugegeben: MC Straßenköter hätte ohnehin wenig Sinnvolles zustanden bringen können. Umso erstaunlicher, dass er und Letten ihre Stimmvielfalt auch live immer wieder beweisen.

Neben Klassikern von „777 Bloodrock“ über „German Angst“ bis“Dark Angel“ hatten Jack Letten, Köter, Greif Hellhammer und Co neue Songs ihres kommenden Albums „Colossus“ im Gepäck. „Murder/Good Cop“ wäre da ein schöner Oldschool-Hardcore-Hammer und mit „Zombie auf’m Klapprad“ war der erste deutschsprachige Smoke-Blow-Song mit dabei. Eine Hommage an einen gewissen “schmalzigen, geschminkten Robert Schmitz“ ist „Swamp Creature“ geworden. Außerdem stellten Smoke Blow eigens einstudierte Tänze und ihre Interpretation einer „Wall of Love“. Die beiden Sänger krauchten und sprangen auf der Bühne rum, wie zwei freigelassene Primaten. Ob MC allerdings später feststellte, dass seine Hose nur noch aus Fetzen bestand, wird ein ewiges Rätsel bleiben.

Abgeschlossen wurde der Abend mit Lettens Soloperformance „Heute kann es regnen, stürmen oder schneien“ für zwei Geburtstagskinder. Auch wenn das Lied auf „Colossus“ nicht vertreten sein wird, sollten die Tage runter gezählt werden bis das neue Smoke Blow Album in den Läden steht.

 

 

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Text und Foto: Mathias Schumacher