Die Frage, ob „Brother’s Blood“ nun ein Solo- oder ein Bandalbum ist, lässt sich nicht so leicht beantworten wie die nach Fisch oder Fleisch oder vegetarisch.
Geschrieben hat Kevin Devine die Songs zunächst alleine, um sie dann
mit seiner Goddamn Band weiterzuentwickeln. Herausgekommen ist ein
Zwitter, der aber trotzdem so gut wie immer auch am Lagerfeuer
funktionieren würde, auch wenn er im Albumformat auf deutlich mehr
instrumentellen Beinen steht. Und zunächst wirkt das ganze eher
unscheinbar.
Da sind diese Momente: Wenn sich Kevin Devine im Titelsong epische knapp acht Minuten vor Neil Young verneigt, oder wenn „I Could Be With Anyone“ vor allem am Ende mal wieder an seine alte Band Miracle Of 86 erinnert. Dann nimmt „Brother’s Blood“ sofort mit. Andere Songs erscheinen nur lauwarm, zünden dann aber, wenn sie im Magen angekommen sind. Manchmal bleibt jedoch auch dieser Effekt aus. „I heard there are millions of words, that just don’t work as well as that one word“, singt er in „Every Famous Last Word“ (Miracle Of 86), und genau so gibt es zumindest Tausende solcher Alben, die nicht so gut funktionieren wie „Brother’s Blood”, ein Album für eingefleischte Vegetarier.





