LostAlone
I'm A UFO In This City
Graphite Records
Fast fünf Jahre ist das Debütalbum von Lost Alone nun alt. Zeit genug, um sich für den Nachfolger „I'm A UFO In This City“ eine Portion Größenwahn zuzulegen.
Dass die drei Briten Queen, My Chemical Romance und Muse (in dieser Reihenfolge) verehren, ist so offensichtlich wie ein Blauwal im heimischen Wohnzimmer-Aquarium. Jeder Takt schreit hier mindestens nach Arena, wenn nicht gleich nach Stadion. Die Palette reicht von Songs, die die Black Parade von Gerard Way ergrauen lassen möchten, bis hin zu Bombast – und der nimmt stellenweise Ausmaße an, die der der Körperfülle dieser drei Hungerhaken diametral gegenüber liegen. Von ruhigem Gesang über queenesken Dreiklang bis Falsett. „Drama, Baby, Drama“, sekundiert Bruce Darnell. „Jaa, ist gut, Jungs, wir wissen's“, möchte man Lost Alone dagegen manchmal zurufen und dann wahlweise Feile, Hobel oder Axt anlegen – vor allem, wenn das Drama zu sehr in Richtung Tragödie oder gleich in Rosamunde-Pilcher-Kitsch zu kippen droht. Ihre stärksten Momente haben die Briten nämlich, wenn sie ihren Größenwahn mal beiseite schieben. Jede gute Geschichte kann immer noch von einem Hollywood-Regisseur kaputt inszeniert werden.
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