Review . CD

Man The Machetes

Idiokrati

Indie Recordings

Die Parallelen sind auffällig: Man The Machetes sind genau wie Kvelertak Norweger, beide „singen“ in ihrer Muttersprache und ähneln sich auch musikalisch. Und der Qualitätsunterschied wird da deutlich, wo die Parallelen enden.

IdiokratiEinfach mal nach einer exzessiven Party den Müll, die Scherben, den Siff und Schnodder vom Boden zusammenkratzen und an die Wand klatschen – so in etwa haben Kvelertak ihren Mix aus Hardcore, Punk und Metal kreiert. Man The Machetes versuchen sich auf „Idiokrati“ an der gleichen Vorgehensweise, vergessen dabei aber einen wichtigen Punkt: Kvelertak setzen Akzente. Markante Riffs, zielsichere Breaks, auffallende Gitarrenläufe oder schlichte Tempowechsel. Oder – um im Bild zu bleiben: verquollene Aschenbecherreste hier, eine zerdepperte Wodkaflasche da, irgendwo ein biergetränkter Pulli und dazu noch die Kotze vom Nachbarn, der nichtmal eingeladen war. Man The Machetes machen erst sauber und schleudern dann Wischeimer und Müllsack gleichzeitig an die Wand: Das ist aggressiver Dreck, der dem Verkaterten mit gleicher Wucht in die Magengrube schlägt. Wenn der aber einmal ausgeschlafen hat, kann er sich nicht mehr an allzu viele Details oder Strukturen erinnern. Dazu ist „Idiokrati“ zu viel sich ähnelnde Fläche und zu wenig herausgearbeitete Markenzeichen.

Dass Man The Machetes ins Vorprogramm von Kvelertak hervorragend passen, ist unbestreitbar. Für den Platz als Co-Headliner müssen sie aber noch mehr Müll trennen.

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