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15.02.2013 14:32

Mit nicht mehr ganz full force

Mehrere Sponsoren ziehen sich zurück

Kaum eine Band hat in letzter Zeit mehr polarisiert als Freiwild. Unsere Haltung haben wir bereits unmissverständlich dargelegt. Umso erfreulicher sind daher einige Reaktionen auf die Bestätigung, dass die Südtiroler Band beim With-Full-Force-Festival auftreten sollen.

 

UPDATE: Freiwild haben ihren Auftritt abgesagt!

 

Mit einem ausführlichen Statement hat sich das Visions Magazin aus der Präsentation zurückgezogen: „Als Festivalveranstalter mit Toleranz zu kokettieren und 'Hexenjagden' abzulehnen, wenn es um abgrenzenden Nationalismus geht, geht uns gegen den Strich.“, schreibt die Redaktion dort in Bezug auf die News-Meldung des Festival-Veranstalters. In der heißt es nämlich: „Wir stehen für Toleranz, beteiligen uns nicht an Hexenjagden und freuen uns, Euch die Band zum Jubiläum erneut präsentieren zu können.“

Der zur Intro gehörende Festival-Guide lässt seine Präsentation ruhen, verknüpft mit der unmissverständlichen Ansage: „Wir stehen zum With Full Force – allerdings nur ohne Frei.Wild.“

Das Tätowiermagazin hat seine Unterstützung ebenfalls zurückgezogen, genau wie Jägermeister, die ihre Entscheidung auf Anfrage von „Festivalisten“ unmissverständlich mit dem Booking von Freiwild in Verbindung bringen.


Auch von Seiten mancher Bands gibt es Bedenken gegen den geplanten Freiwild-Auftritt. „Wir diskutieren sehr rege darüber, auch mit anderen für's Force bestätigten Bands, die darüber genauso denken, wie wir.“, äußerten sich War From A Harlots Mouth bereits kurz nach der Bekanntgabe auf ihrer Facebook-Seite.

Auf unsere Anfrage hin haben sich die Band Betontod und Wölfi von den Kassierern bereits geäußert (Statements siehe unten). Dass die Kassierer auf ihrer Facebook-Seite die Statements der Visions als auch Verweise auf den Jägermeister-Ausstieg verlinken, spricht für sich. Antworten auf weitere Anfragen unsererseits stehen noch aus und werden ggf. nachgereicht.

Im Gegensatz zu Sponsoren ist die Entscheidung für Bands natürlich ungleich schwieriger. Vertragliche Gründe dürften eine Rolle spielen, außerdem natürlich die Frage: Überlässt man mit einem Boykott einer extrem fragwürdigen Band nicht den Freiraum, sich ungestört auf einem großen Festival zu positionieren (oder im Fall von Freiwild: sich eben nicht wirklich zu positionieren)? Ist Stirn zeigen und Stellung beziehen direkt vor Ort nicht auch ein wichtiger Punkt?  Diese Möglichkeit besteht für Sponsoren nur eingeschränkt.

Es geht hier nicht um Hetzjagden. Es geht um eine Band, die rechten Rattenfängern in die Hände spielt. Es geht darum, sich zu positionieren und – in dem Fall: zu distanzieren! Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es einfach hinnehmen und weggucken oder totschweigen, um der Band keine Öffentlichkeit zu bieten, ist keine! Die Band hat eine Öffentlichkeit – und die sollten wir ihr nicht schweigend überlassen.

 

Ergänzung: Love A haben ihre Teilnahme ebenfalls abgesagt, obwohl sie gar nicht gebucht waren!

Wer sich ebenfalls ungebucht solidarisch zeigen will: Es gibt hier ein Boykott-Event

 

Ergänzung: Auch Freiwild-Sänger Philipp Burger hat sich auf seiner Facebook-Seite geäußert - ein Statement das für sich steht: "Wenn ich mir so manche Hohlbirne auf der WFF- FB- Seite anschaue, weiß ich, der Herrgott hat sich bei uns allen wirklich Mühe gegeben und bei diesen Internetterroristen einen echt beschissenen Job gemacht."

 

Ergänzung: Auch das Tätowiermagazin hat seinen Rückzug begründet.

 

Ergänzung: Das Three Monkeys in Hamburg hat bereits am Mittwoch bekannt gegeben, dass es dort im Gegensatz zu den letzten vier Jahren keine WFF-Warm-Up-Party geben wird.

Statements

Die Kassierer

Sehr geehrte Damen und Herren,
die FW/WFF-Problematik ist mir durchaus bekannt.
Wir diskutieren gerade darüber und versuchen eine Lösung bzw. eine Entscheidung zu finden.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich zwischenzeitlich auch anderes zu tun habe. Z. B. Essen, Schlafen, Zahnarztbesuche usw.
Da mir auch die vielen Leute, die lieber kostenlose mp3s runterladen als LPs und CDs zu kaufen die finanzielle Kompetenz entzogen haben eine Schreibkraft einzustellen, kann ich leider ihrem ggf. geäußerten Wunsch auf ein Statement oder Beantwortung des Mails nicht nachkommen.
Ggf. bitte ich um Verständnis.

Wolfgang Wendland

 

Betontod

Betontod: Wir sind gegen Nazis, Rassisten und jegliche Extremisten!


GETADDICTED: Welche Konsequenzen zieht ihr aus der Haltung in Bezug auf einen Auftritt bei einem Festival, auf dem auch Frei.Wild spielen?


Betontod: Wir werden nicht weglaufen! Wir werden aber auch zu keiner Band Stellung nehmen. Wir werden unseren Standpunkt klar darstellen. Wir sind gegen Nazis, Rassisten und Extremisten. Da gibt es keinen Raum für Kompromisse!

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