28.04.2012 14:02
Warner spart Roadrunner zusammen
Büros in Europa, Kanada und Australien werden gekürzt
Offiziell bestätigt ist noch nichts, aber die Hinweise verdichten sich, dass Roadrunner Records seine Niederlassungen in Europa, Kanada und Australien schließen oder zumindest radikal zusammenkürzen wird.
17 Monate, nachdem das Label vollständig an die Warner Music Group verkauft wurde, hat Roadrunner-Gründer Cees Wessels seinen Posten geräumt. Im Anschluss erfuhren offenbar viele Angestellte in den genannten Niederlassungen, dass auch sie ihren Job los sind. Während viele Medien von einer Schließung der Büros berichten, heißt es beim Billboard-Magazine, dass Promo und Marketing auch weiterhin international weitergeführt werden sollen, grundsätzliche „Support-Funktionen“ aber demnächst von Warner-Leuten übernommen werden. Zudem seien auch im Hauptquartier in den USA 16 Leute entlassen worden.
Mitglieder von Roadrunner-Bands äußerten teils harsche Kritik an diesem Schritt. Matt Heafy (Trivium) möchte den Verantwortlichen direkt den Kopf abreißen. In einem langen Statement äußert sich der Clown von Slipknot sehr enttäuscht, weil viele Leute, die die Band jahrelang unterstützt hätten, nun auf die Straße gesetzt werden. Angela Gossow (Arch Enemy) fürchtet, dass Warner erst Roadrunner zusammenstreicht, um dann die härteren Bands auch direkt rauszuschmeißen.
Dass sich die „Musik-Industrie“ gerne selbst ins Knie schießt, ist nichts neues. Ein solcher Umgang mit Mitarbeitern, die sich mit Herz und Leidenschaft für die Bands jahrelang die Stunden um die Ohren geschlagen haben, zeigt aber auch wieder eindeutig, worum es dieser Industrie geht.
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